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Lietzow 12

Der Künstlerhof Lietzow 12 befindet sich neben dem Rathaus Charlottenburg. Ihren Namen erhielt die Straße nachdem im Mittelalter gegründeten Fischerdorf Lützow. Diese älteste Siedlungseinheit Charlottenburgs wurde 1239 erstmals erwähnt. Das Dorf gehörte bis 1542 zum Nonnenkloster Spandau. Später schenkte es Kurfürst Friedrich III seiner Gattin Sophie Charlotte. Nach ihrem Tod im Jahr 1705 benannte der König das näherlegende Schloss Lützenburg, heute als Musenhof bekannt, und die umliegende Ansiedlung in Charlottenburg um. Sein Sohn Friedrich Wilhelm I. gemeindete Lützow 1719 nach Charlottenburg ein. Eine Ansicht des Dorfes aus dem 18. Jahrhundert zeigt das Mosaik am Haus Alt-Lietzow 1-3. Das Haus Alt-Lietzow 12 nutzte im frühen 20. Jahrhundert eine Brauerei. Es folgte eine Likörfabrik („Bärenliköre schaffen Bärenstimmung“). Auf Architekturplänen von 1904 erkennt man die Lagerräume, Brenner und die späteren Vorrichtungen für die nachfolgende Wäscherei. Diese befanden sich in Kellergewölben unter der Hofdecke.

Am Gebäude erinnert eine Gedenktafel an den Schriftsteller Erich Mühsam: „Ein Anarchist, der die Gewalt hasste“. Dieser bedeutende Lyriker, Dramatik, Essayist und Zeichner arbeitete eine Zeit lang in Alt-Lietzow, der früheren Lützower Straße. Im Jahr 1934 wurde er von den Nationalsozialisten im KZ Oranienburg ermordet.

Seit 1982 arbeiten im Haus Alt-Lietzow 12 bildende Künstlerinnen, Videofilmer, Musikinstrumentenbauer, Musiker, Bildhauer, ein Goldschmied, eine Keramikerin, sowie ein Schriftsteller und ein Journalist.

Im Jahr 2000 entstand die Vision, verschiedene Künste an einem Ort zu vereinen, der über den Bezirk hinaus ausstrahlt und einen kontinuierlichen Austausch von Kunst und Kultur ermöglicht. Über viele Jahre fanden in den Räumen des Künstlerhofs ganz unterschiedliche Ausstellungen statt. Auf dem Veranstaltungskalender standen Literaturabende, Konzerte, Theater, Kunstseminare für verschiedene Zielgruppen und Kulturfeste im Hof. Sie wurden in Eigeninitiative geplant und durchgeführt, teilweise mit Unterstützung des Kulturbüros City-West.

Aufgrund veränderter Mietverhältnisse konnten viele Aktivitäten in den letzten Jahren nicht mehr stattfinden.

Seit Juli 2017 haben die Bildende Künstlerin, Kulturpädagogin und Gründerin des Künstlerhofs Brigitte Arndt, zusammen mit dem Tischlermeister, Bau- und Projektleiter Frank Schroedter nach langjährigen Bemühungen und vieler Befürworter, eine gGmbH gegründet und sind jetzt Eigentümer des Gebäudes Alt-Lietzow 12.

Sie arbeiten gemeinsam an einem neuen, erweiterten Kunst- und Kulturkonzept. Es entstehen Eventräume, eine Galerie, Seminarräume, ein Garten sowie ein Dachgarten mit Gemüseanbau und einem Bienenvolk.

In Zukunft heißt unser Künstlerhof LIETZOW12

Brigitte Arndt

BIN ICH KNEF?

Hommage an Hildegard Knef

Mit Maila Barthel, Gesang und Frank Augustin, Piano

Freitag 11. Mai 2018, ab 20 Uhr

Künstlerhof Lietzow 12

Weitere Infos:
www.maila-barthel.com
www.frank-augustin.com

Atelier im Künstlerhof Lietzow 12. Foto: Roland Hochstetter